

3. Alles vermeiden, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte.
Fest steht: Der Hund betrachtet den Menschen als eine Art Superhund. Jeder Hund ist glücklich, wenn er in einer bestimmten Rangordnung leben darf und seinen bestimmten Platz hat. Die Besseren und Stärkeren sind über ihm, die Schwächeren und Schlechteren müssen ihm gehorchen. Bedrohen wir grundlos einen Hund, stellen wir diese Rangordnung in Frage. Und die gilt es dann zu verteidigen. Entweder kneift er und wartet eine günstige Gelegenheit ab, um es dem Menschenhund zu zeigen. Oder er kämpft. Also einen Hund niemals herausfordern und Drohgebärden unterlassen.
Begegnen sich zwei fremde Hunde, versuchen sie sich zuerst über ihre Stellung in der Rangordnung zu einigen. Das Sich-in-die-Augen-schauen ist dabei ein ganz wichtiges Mittel. Die beiden Hunde starren sich so lange in die Augen, bis einer wegschaut. Der andere ist zufrieden, er ist der Stärkere. Kann sich einer nicht entschliessen, wegzuschauen, wird gekämpft. Deshalb dem Hund nie direkt in die Augen schauen.
Der Schwanz ist für ein Hund ein wichtiges Ausdruckmittel. Wird der Schwanz beispielsweise zwischen die Beine geklemmt, ist Vorsicht angesagt. So zeigt er nämlich, dass er Angst hat und zuschnappen könnte. Hält er seinen Schwanz steil in die Höhe, bedeutet das: Achtung, bin böse. Hunde haben es überhaupt nicht gern, wenn man nach ihrem Schwanz greift, daran zieht oder drauftritt. Er würde sein prachtvolles Ende notfalls mit den Zähnen verteidigen.
Fressen ist für Hunde etwas sehr Wichtiges. Schon als Baby verteidigt er sein Futter. Etwas wegnehmen darf ihm nur sein Besitzer. Jede Störung beim Fressen betrachtet der Hund als Angriff auf sein Recht auf Futter, und er wird seine Häppchen verteidigen. Finger weg vom Futternapf!
Hunde Spielen gerne, es gibt nichts Schöneres, als etwas zu jagen, zu fangen oder mit etwas zu raufen. Dabei kann es natürlich leicht passieren, dass das Tier im Eifer des Gefechts aus Versehen daneben beißt. Deshalb den Zähen nie zu nahe kommen.
Ein kämpfender Hund konzentriert sich nur auf seinen Gegner. Das heißt, er lässt sich nicht ablenken, er ist im Kampf blind, taub, gefühllos. Er merkt auch nicht, wenn er in eine helfende Hand beißt. Zwei kämpfende Vierbeiner sollten nie von einer Einzelperson getrennt werden.
Jeder Hund hat einen Hetz- oder Jagdinstinkt. Wenn sich etwas schnell von ihm entfernt, muss er hinterher. Deshalb nie vor einem Hund davonlaufen.
Die meisten Hunde wollen gar nicht beissen, sondern nur festhalten. Will man den Arm wegziehen, reizt das den Hund nur noch mehr. Etwas, was sich nicht bewegt, ist jedoch für einen Hund uninteressant.
Hunde sind für Kinder tolle Spielkameraden. Dennoch kann es schnell zu Missverständnissen kommen, etwa, wenn das Kind den Hund ärgert, am Fell zieht, an die Nase greift. Kinder sollten deshalb nie unbeaufsichtigt mit fremden Hunden spielen.
Jeden Hund muss man neu kennen lernen, denn keiner gleicht dem andern. Das bedeutet: Nicht gleich versuchen, einen fremden Hund zu streicheln. Man kann nie wissen, ob er nicht schon schlechte Erfahrungen mit Kinder gemacht hat.